Shanti! Shanti! im Yoga Paradies Goa/Indien

Yogamatte, eine Flasche Gin und ein offenes Herz machen das Yoga-Indien-Leben leichter oder …warum ich meinen Rückflug storniere!

Ein Reisebericht über Goa also. Ich alleine in einer unbekannten Gruppe von Yogatouristen, auf der Suche nach… ja, nach was eigentlich? Entspannung? Sicherlich! Erleuchtung? Na, wir wollen es ja mal nicht gleich übertreiben.

Einmal Aussteiger-Paradies bitte!!

Zugegeben, ein bisschen Spannung war schon auch mit im Spiel, denn Indien blieb bisher konsequent von meiner to visit-Liste fern. Zu oft hatte ich Berichte von nervenzerrenden Erlebnissen ob der vorherrschenden Verhältnisse und andauernden Magen-Darm Erkrankungen gehört. Doch Goa ist ja anders. Indien light. Der europäisch geprägte Teil Indiens. Ein Ort für Aussteiger. DER Ort für Menschen auf der spirituellen Sinnsuche. Perfekt für meine Re-Orientierungsphase nach dem Studium. Dank Impfungen, Reiseapotheke und ner Pulle Gin hoffentlich auch intragastronal kein Problem.

Nach ein Paar Tagen im Paradies – es ist schwer ellenlange Strände, eine stil-und liebevoll eingerichtete Villa und durchweg schmackhaftes Essen und Trinken zu äußerst günstigen Preisen nicht als Paradies zu beschreiben – staune ich zunehmend über das Phänomen, dass hier alles wunderbar funktioniert, wenn man es nur lässt. Shanti, Shanti! Für einen westlichen Perfektionist mit Hang zur Überverantwortlichkeit weder leicht zu begreifen, noch zu ertragen. Ich muss nichts tun! Gibt’s ja gar nicht… Je offensichtlicher die Vergeblichkeit von Anspannung und Mühe wird, desto stärker werden die Zuckungen, doch irgendetwas zu tun. Einfluss zu nehmen; Kontrolle zu üben. Atmen und im Hier und Jetzt ankommen, lautet die Empfehlung. Ich meckere ein wenig, dass mir das schwer fällt, was von immer mehr Menschen mit immer mehr spirituellen Ratschlägen beantwortet wird.

Pressure is on! Erleuchte dich und mache dich frei von inneren Zwängen. Trainiere den Geist. ATME!!!

Pressure is on! Erleuchte dich und mache dich frei von inneren Zwängen. Trainiere den Geist. Atme!!! Well… nach zwei Wochen geht mir das omnipräsent spirituelle Gehabe auf den Geist. Oft habe ich das Gefühl, sämtliche Ratgeber im Kanon rezitiert zu bekommen – Haben oder Sein? Das Wort Scheinheiligkeit drängt sich mir bei Betrachtung mancher Lebensweisen auf und in der Gesamtheit erlebe ich die Heilangebote und Erleuchtungsansätze als perfekte Zerstreuung. Ich will mich aber sammeln und fokussieren. Also entscheide ich, dass es durchaus ok ist, einen Gin Tonic zu trinken und manchmal einfach nicht entspannt zu sein und keine schlaue Antwort zu wissen. Je weniger ich versuche mich zu entspannen, desto mehr Spaß habe ich…! Das Leben will ja schließlich auch gelebt werden.

Für mich heißt es nach zwei Wochen: Gin Tonic statt Spiritualität.

Insgesamt verbringe ich vier Wochen in Goa. Zweimal ziehe ich um. Ich lerne, dass es mir auch hier nicht immer gelingt mich von meinen eigenen und den Erwartungen anderer frei zu machen, und dass die Suche nach dem Gleichgewicht innen beginnt und nicht von außen kommt. Goa tut nichts weiter, als dir einen Spiegel vorzuhalten. Manchmal habe ich das Gefühl, dass man hier magisch Menschen und Situationen anzieht, die einen schulen. Das kann ganz schön verwirren und dann ist es das Beste, sich für eine Weile ans Meer zurückzuziehen.

Für alle, die auf der Suche nach einer Yogatraumreise sind, gibt es hier die Infos dazu…

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Alle Infos zur Ausstellung findet ihr hier:

http://www.muenchner-stadtmuseum.de/sonderausstellungen/gretchen-mags-mondaen-damenmode-der-1930er-jahre.html Außerdem interessant: Während meines Besuchs der Ausstellung bin ich zufällig auf die Urban Sketchers gestoßen. Eine weltweite Gemeinschaft von Künstlern, die vor Ort die Städte, Orte und Dörfer zeichnen, in denen sie leben oder zu denen sie reisen: http://germany.urbansketchers.org/ http://urbansketchersmunich.blogspot.de/